Power BI, Metabase, Tableau oder Looker? Wie wähle ich das richtige Business Intelligence Tool für mein Unternehmen?
- Dr. Susanne Wildgruber

- 11. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Feb.
In der Welt der Business Intelligence (BI) gibt es eine Vielzahl von Tools, die dabei helfen können, Daten zu analysieren, zu visualisieren und darauf basierend fundierte Entscheidungen zu treffen. Eine Investition in diesen Bereich lohnt sich bereits in Frühphasen von Projekten. Unter den vielen Angeboten an Tools die richtige Entscheidung zu treffen, kann allerdings schnell sehr komplex und verwirrend erscheinen. In diesem Blog Artikel brechen wir daher die Entscheidungsfindung auf einige einfache Leitfragen herunter und besprechen vier etablierte Tools anhand dieser Kriterien.
6 Leitfragen zur Auswahl des richtigen BI-Tools:
Wie hoch ist das Budget für BI-Tools? Gibt es Spielraum für kostenpflichtige Lösungen oder sollte es eine Open-Source Lösung sein?
Wie komplex sind die Analyseanforderungen? Werden einfache Visualisierungen benötigt oder sind komplexe Datenmodelle abzubilden?
Welche Datenquellen müssen integriert werden? Wird mit SQL-Datenbanken, Google Sheets oder auch spezifischen Tools wie Salesforce oder Personio gearbeitet? Gibt es ein zentrales Data Warehouse oder sollen die einzelnen Datenquellen separat angebunden werden?
Wie groß ist das Team und welches technische Know-how ist vorhanden? Wird eine benutzerfreundlichen Lösung gesucht oder sind Ressourcen für komplexere Tools vorhanden?
Wie wichtig sind Visualisierungen und Dashboards? Soll das Tool vor allem Daten anschaulich darstellen oder komplexe Analysen ermöglichen?
Wie skalierbar muss das Tool sein? Wird das BI-Tool mit dem Wachstum des Unternehmens zeitnah angepasst und ausgeweitet oder geht es in der näheren Zukunft um eine konstante ‘Basisausstattung’ an Reportings?
Metabase
Budget: Metabase bietet eine kostenlose Open-Source-Version und ist daher ideal für Unternehmen mit begrenztem Budget. Das Hinterlegen von Queries und Erstellen von Dashboards ist kostenfrei möglich. Neben der Open Source Lösung bietet Metabase auch Bezahlversionen mit umfangreicherer Funktionalität. Weitere Infos: https://www.metabase.com/pricing/
Analyseanforderungen: Metabase eignet sich hervorragend für einfache, explorative Analysen, bietet jedoch eingeschränkte Möglichkeiten bei komplexen Visualisierungen.
Datenquellen: Es integriert sich problemlos mit SQL-Datenbanken und Google Sheets (mit Plugins). Die Integration mit Tools wie DATEV oder Personio erfordert jedoch individuelle Lösungen.
Team & Know-how: Metabase ist sehr benutzerfreundlich und eignet sich für Teams ohne tiefes technisches Know-how.
Visualisierungen: Die Visualisierungen sind einfach gehalten und reichen für grundlegende Analysen aus.
Skalierbarkeit: Für kleinere Unternehmen geeignet, jedoch begrenzt skalierbar für sehr große Datenmengen.
Power BI
Budget: Power BI Desktop ist kostenlos - damit lassen sich umfassende interaktive Dashboards erstellen, jedoch nicht veröffentlichen. Um Berichte freizugeben und einfach zu teilen, ist der Power BI Pro Tarif notwendig, der mit 9,40 Euro pro Benutzer und Monat ebenfalls als sehr kostengünstig und fair einzuordnen ist. Für grössere Datenmengen empfiehlt sich eine Power BI Premium Lizenz (ca. 20 Euro pro Benutzer und Monat). Weitere Infos: https://www.microsoft.com/de-de/power-platform/products/power-bi/pricing?market=de
Analyseanforderungen: Power BI bietet vielseitige Visualisierungen und erweiterte Analysefunktionen.
Datenquellen: Starke Integration mit Microsoft-Tools wie Excel und Azure, kompatibel mit Google Sheets, Salesforce, HubSpot und vielen weiteren.
Team & Know-how: Besonders geeignet für Teams, die bereits im Microsoft-Ökosystem arbeiten. Leicht zu erlernen für Excel-Nutzer.
Visualisierungen: Vielfältige und ansprechende Visualisierungen, gut geeignet für interaktive Dashboards.
Skalierbarkeit: Gut skalierbar, jedoch können Performance-Probleme bei sehr großen Datenmengen auftreten.
Tableau
Budget: Mit Tableau Public bietet Tableau ebenfalls eine kostenlose Variante. Für Unternehmen ist diese Lösung aber zumeist nicht sinnvoll einsetzbar, da alle erstellten Visualisierungen hieraus öffentlich einsehbar sind. Zum Kennenlernen von Tableau kann es aber ein netter erster Schritt sein (https://public.tableau.com/app/discover). Die angebotenen Lizenzen von Tableau liegen zwischen 15 Euro und 75 Euro pro User pro Monat - die Viewer Lizenz für 15 Euro ermöglicht jedoch nur das Ansehen, nicht das Erstellen von Dashboards. Somit ist Tableau im Vergleich zu Power BI deutlich teurer. Mit dem Pricing Kalkulator von Tableau lassen sich zu erwartende Kosten übersichtlich und genau berechnen: https://www.tableau.com/product-and-pricing-selector
Analyseanforderungen: Tableau bietet leistungsstarke Datenmanipulation und ist besonders für visuell ansprechende und interaktive Dashboards bekannt.
Datenquellen: Kompatibel mit SQL, Google Sheets, Salesforce und anderen. DATEV und Personio erfordern Drittanbieter-Connectors.
Team & Know-how: Steilere Lernkurve, aber mit großer Community und vielen Schulungsressourcen.
Visualisierungen: Branchenführend in der Qualität der Visualisierungen. Ideal für Unternehmen, die Wert auf ansprechende Darstellungen legen.
Skalierbarkeit: Gut skalierbar, besonders geeignet für Unternehmen mit großem Datenvolumen und professionellen Analyse-Teams.
Looker
Budget: Looker ist kostenintensiv und bietet individuelle Preisgestaltung, die sich oft an größere Unternehmen richtet. Nähere Informationen gibt es hier: https://cloud.google.com/looker/pricing?hl=de
Analyseanforderungen: Looker verwendet LookML für komplexe Datenmodellierung, was konsistente und tiefgehende Analysen ermöglicht.
Datenquellen: Kompatibel mit vielen Datenquellen wie SQL, Google Sheets und Salesforce. API-Integrationen ermöglichen weitere Anpassungen.
Team & Know-how: Erfordert technisches Know-how für die Einrichtung und Nutzung. Ideal für Unternehmen mit einem dedizierten BI-Team.
Visualisierungen: Flexibel, aber weniger intuitiv für schnelle Visualisierungen im Vergleich zu Tableau.
Skalierbarkeit: Sehr gut skalierbar, ideal für große Unternehmen mit komplexen Datenanforderungen.
Eine erste Empfehlung
Für Start-ups und Unternehmen ohne großes Data-Team: Metabase und Power BI sind die besten Optionen. Metabase ist ideal, wenn ihr ein begrenztes Budget habt und einfache Analysen durchführen wollt. Power BI bietet euch eine kostengünstige, aber leistungsstarke Lösung, besonders wenn ihr bereits im Microsoft-Ökosystem arbeitet.
Für große Unternehmen mit professionellem BI-Team: Looker und Tableau sind hier die besten Wahlmöglichkeiten. Looker eignet sich für Unternehmen, die komplexe Datenmodelle benötigen und ein technisches Team haben. Tableau ist ideal für Unternehmen, die Wert auf hochwertige Visualisierungen legen und über die Ressourcen verfügen, um komplexe Dashboards zu erstellen.
Benötigt ihr Hilfe bei der Auswahl und Implementierung des richtigen BI-Tools für Euer Unternehmen? Lasst uns gerne dazu sprechen.

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